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Arten:
In Menschenhand werden Mittel- und Zwerghamster gehalten. Zu den
Mittelhamstern gehört der normale Goldhamster, der inzwischen in allen
möglichen Farb- und Fellvarianten gezüchtet wird (Teddyhamster,
Pandahamster, Scheckenhamster, Satinhamster usw.). Zu den Zwerghamstern
gehören der Dsungarische Zwerghamster, der Campbell Zwerghamster, der
chinesische Streifenhamster und der Roborowski Zwerghamster.
Herkunft:
Die ursprüngliche Heimat der Hamster ist Osteuropa.
Lebenserwartung:
ca. 1 1/2 bis 3 Jahre - Mittelhamster werden etwas älter als ihre kleinen
Verwandten.
Einzel- oder Paarhaltung?
Mittelhamster sind reine Einzelgänger und müssen deshalb alleine gehalten
werden. Selbst in der freien Wildbahn kommen zwei Mittelhamster nur in der
Paarung kurzzeitig zusammen und gehen danach wieder getrennte Wege.
Manche Zwerghamsterarten kann man aber zu mehreren halten. Man sollte sich
aber immer im Klaren darüber sein, dass selbst bei Tieren die sich
monatelang gut verstanden haben, das Risiko besteht, dass sie sich auf
einmal nicht mehr vertragen. Wenn es zu Streitereien kommt, bei denen sich
die Tiere gegenseitig blutig beißen, dann müssen die Tiere sofort getrennt
werden, da sie sich ansonsten sogar töten können.
Zwerghamster die man zu mehreren halten kann sind der Roborowski
Zwerghamster, der Campbell Zwerghamster und der chinesische Zwerghamster.
Aber auch da klappt es bei einigen, bei anderen beißen sich die Tiere
blutig und müssen getrennt werden. Es ist also immer ein Glücksspiel, wenn
man versucht Zwerghamster zu mehreren zu halten.
Dsungaren sind aber - trotz der weit verbreiteten Meinung - keine
Zwerghamster die sich gut gemeinsam halten lassen. Meistens muss man diese
Tiere nach spätestens 5 bis 8 Monaten trennen, weil sie sich total
streiten und sich sogar gegenseitig umbringen wenn sie dann nicht getrennt
werden. Also sollte man lieber darauf verzichten ausgerechnet diese Art zu
vergesellschaften.
Nachträgliche Vergesellschaften gehen immer schief und sollten daher
vermieden werden! Meistens verletzten sich die Tiere dabei schwer!
Käfig:
Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Käfig nie zu groß sondern immer nur
zu klein sein kann. Gerade Hamster laufen in der freien Wildbahn sehr viel
und benötigen daher einen großen Käfig. Für Zwerghamster sollten man einen
Käfig besorgen, der mindestens die Maße L 80 cm x B 50 cm x H 50 cm hat,
für einen Mittelhamster mindestens L 100 cm x B 50 cm x H 50 cm - besser
größer.
Wenn man einen Käfig kauft, der höher als 50 cm ist, dann ziehe
Zwischenetagen ein, damit der Hamster nicht von ganz oben, nach ganz unten
stürzen kann, da er sich dadurch schwer verletzen kann.
Bei Zwerghamstern sollte man darauf achten, dass die Käfige einen
möglichst kleinen Gitterabstand besitzen, möglichst zwischen 0,6 und 0,9
cm. Ansonsten kann es sein, dass die Tiere zwischen den Gitterstäben
herauskriechen.
Deswegen eignen sich Terrarien sehr gut, aber auch die sollte man oben
schließen, da Hamster sehr gut klettern können und sehr gewitzt sind, wenn
es darum geht, aus dem Käfig auszubrechen.
Aber bitte achte darauf, dass eine Zirkulation der Luft gewährleistet
wird. Das ist besonders im Sommer wichtig, damit der Hamster keinen
Hitzschlag bekommt.
Käfigeinrichtung:
Schlafhäuschen:
Man sollte darauf achten, das die Schlafhäuser sauber verarbeitet sind und
keine Metallklammern enthalten, damit sich ihr Hamster nicht verletzen
kann oder die Metallteile herausnagen und verschlucken.
Ein Schlafhäuschen aus Plastik ist nicht geeignet, da es der Hamster
annagen kann und sich darin außerdem Schwitzwasser absetzen kann.
Am besten sollte man mehr als ein Schlafhäuschen in den Käfig stellen,
dann hat der Hamster auch eines in dem er sein Futter lagern kann.
Das Schlafhäuschen sollte für einen Mittelhamster mindestens eine
Kantenlänge von 18 cm und eine Höhe von ca. 12 cm haben. Für Zwerghamster
reichen 14 cm Kantenlänge aus, die Tür sollte ca 8 cm Durchmesser haben
(damit der Hamster auch mit vollen Backentaschen in sein Häuschen kommt),
für Zwerge dürfen es ruhig nur 5 - 6 cm sein.
Futternapf:
Dieser sollte sehr schwer sein, dass der Hamster ihn nicht umwerfen können
und nicht aus Plastik, weil sie ihn annagen würden. Also am besten eignet
sich einer aus Ton.
Sandbad:
Das Sandbad ist sehr wichtig, da Hamster den Sand für ihre tägliche
Fellpflege brauchen.
Wichtig ist, dass man reinen Chinchillasand einfüllen sollte. Keinesfalls
Vogelsand oder ähnliches, dadurch bricht das Fell der Hamster und sieht
auch nicht mehr so schön aus und außerdem enthält der Vogelsand Anis, der
giftig ist und zu Augenreizungen führen kann.
Viele Hamster nutzen ihr Sandbad auch als Klo.
Entweder man stellt ein kleines Gefäß in den Käfig oder man streut den
Sand einfach in eine Ecke.
Röhren:
Diese kann man für Zwerghamster aus Klorollen bauen, außerdem gibt es auch
welche aus Ton oder Kork. Davon sollte man mehrere in den Käfig legen. Die
Hamster lieben es, sich darin zu verstecken. Die Röhren sollten aber
mindestens einen Durchmesser von 8 cm besitzen.
Heunester:
Diese kleinen Nester lieben die meisten Hamster um sich darin zu
verstecken.
Trinkflasche:
Hier eignet sich eine normale Trinkflasche für Nager. Bitte kein offenes
Gefäß in den Käfig stellen, da das Wasser so leicht verschmutzt werden
kann. Das wichtigste ist sie jeden Tag sauber zu machen und das Wasser zu
wechseln. Man selbst möchte ja auch kein abgestandenes Wasser trinken.
Außerdem können sich in der Trinkflasche sonst giftige Algen entwickeln.
evtl. Äste:
Am besten vom Obstbäumen (kein Steinobst) oder Haselnussbäumen.
Keinesfalls Nadelbäume, da diese giftig für Hamster sind!
Einstreu:
Hier eignen sich am besten Hobelspäne, Heu und Stroh.
Hamsterwatte:
Verzichte auf Hamsterwatte. Als Nistmaterial für Hamster eignet sich ganz
normales (parfumfreies und unbedrucktes) Toilettenpapier, Heu und Stroh.
Hamsterwatte ist (auch wenn es drauf steht) nicht voll verdaulich,
außerdem habe sich schon Hamster in den feinen Fasern so verfangen, dass
sie sich Gliedmaßen abgeschnürt haben oder sogar darin erstickt sind.
Genau so ungeeignet ist die Baumwollfrucht (Kapok). Diese ist auch nicht
vollverdaulich und sie führt außerdem oft zu Augenreizungen bei den
Hamstern.
Laufräder:
Ein Thema über das man verschiedene Meinungen haben kann.
Neuste Untersuchungen bestätigen, dass ein Laufrad postive Auswirkungen
auf den Hamster haben kann - auch die sogenannte Laufradsucht wird
verneint. Von daher bleibt wohl jedem selbst überlassen ob er seinem
Hamster ein Laufrad anbieten will oder nicht.
Leider gibt es im Handel sehr viele gefährliche Laufräder. Am schlimmsten
sind Laufräder aus Metall. Das Tier kann sich zwischen dem Rad und der
Haltestrebe einquetschen und im schlimmsten Falle sogar zweiteilen oder
sich die Füße in den Sprossen verletzen. Diese Laufräder wurden
mittlerweile als tierschutzwidrig eingestuft! Auch ein Juteband ändert
daran nichts, die Tiere können es annagen und in den Löchern dann mit den
Füßchen hängen bleiben. Auch Plastiklaufräder sind nicht ideal - vor allem
wenn der Hamster am Plastik nagt.
Man sollte darauf achten, dass der Laufraddurchmesser groß genug ist, denn
ihn einem zu kleinen Laufrad nimmt der Hamster eine falsche Rückenhaltung
an (gekrümmt), wodurch sich die Wirbelsäule falsch abnutzt, und was im
schlimmsten Falle zu einem Bandscheibenvorfall führen kann.
Ein vernünftiges Laufrad hat eine geschlossene Lauffläche (nicht nur ein
Juteband!), einen großen Raddurchmesser und eine geschlossene Rückseite.
Laufkugeln:
Verzichte auf solche Folterinstrumente wie Laufkugeln. Das Tier was in so
eine kleine Kugel eingesperrt wird hat schreckliche Angst und läuft um
sich zu befreien immer schneller, was für uns ausschaut, als würde er
lustig durch die Wohnung laufen. Es kann sich sehr schwer verletzen, indem
es im vollen Lauf z.B. gegen die Wand knallt oder eine Treppenstufe
hinunterrollt. Außerdem ist durch die wenigen Schlitze keine genügende
Luftversorgung gewährleistet, das Tier bekommt zu wenig Luft und es bildet
sich Schwitzwasser in dem sich Keime und Pilze gut vermehren können. Das
wichtigste an einem richtigen Auslauf - eben dass das Tier seine Umgebung
mit der Nase erkunden und wahrnehmen kann - ist in so einer Kugel sowieso
nicht gegeben. Mittlerweile wurden Laufkugeln auch vom Tierschutzgesetz
als tierwidrig eingestuft.
Hamstertoiletten:
Auch Hamstertoiletten gibt es mittlerweile zu kaufen. Wenn der Hamster sie
benutzt kann man ruhig eine in den Käfig stellen. Allerdings sollte man
darauf achten, dass der Hamster sie nicht annagt (wenn sie aus Plastik
ist) und verwende als Einstreu bitte nicht dieses "Hamsterkatzenstreu"
oder normales Katzenstreu. Beides ist giftig für Hamster und da es klumpt
kann es die Backentaschen verkleben oder schlimmer noch im Magen
aufquellen. Auch eingeatmet ist der Staub schädlich und verklumpt die
Lungen. Als Einstreu für die Toiletten eignet sich Chinchillasand.
Ernährung:
Futter:
Ganz normales Hamsterfutter sollte aus viel Getreide und kleinen Saaten
wie Grassamen etc. bestehen - achte darauf dass nicht zu viele
Sonnenblumekerne, Nüsse und Haferflocken enthalten sind, das macht nur
unnötig dick.
Bei Zwerghamstern sollte man dazu noch Wellensittichfutter mischen.
Erwachsene Mittelhamster benötigen pro Tag etwa zwei Teelöffel davon und
Zwerghamster einen.
Grünfutter:
Zusätzlich sollte der Hamster noch jeden Tag frisches Gemüse oder Obst
bekommen.
Es eignet sich an Gemüse: Eisbergsalat, Chicoree, Lollo Rosso, Feldsalat,
Möhren, Gurken, gelbe Paprika, Fenchel, Mais, Tomaten (ohne grün - da
giftig!), frischer Mais, Zuchini. Kräuter wie Dill, Pfefferminze, Kamille
- etc. in geringen Mengen.
Und an Obst: Weintrauben, Apfel, Orange & Mandarine (wenig; vorsichtig
füttern, einige Tiere vertragen sie nicht), Bananen und Erdbeeren
Nicht füttern sollte man Kohl (bläht sehr stark), dann natürlich
Zimmerpflanzen, Kartoffeln samt Kraut, Avocado und Papayas.
Tierisches Eiweiß:
Außerdem brauchen Hamster drei bis vier Mal in der Woche tierisches
Eiweiß. Dazu eignen sich kleine Mengen Ei (Eigelb enthält am meisten
Eiweiß!), magerer Jogurt oder Quark, Trockenfutter für Hunde, Katzen oder
Fische, mageres Rinderhackfleisch, zwei bis drei Mehlwürmer und für
größere Hamster auch Heuschrecken.
Verzichten sollte man weitgehendst auf Leckerlies wie Knabberstangen,
Yogurthdrops usw.. Diese Dinge sind sehr kalorienreich und machen den
Hamster sehr schnell, sehr dick, außerdem enthalten sie oft auch Honig und
Zucker wodurch dem Hamster die Backentaschen zusammen kleben können.
Als Leckerlie (und Beschäftigung) kann man ein paar Mal im Monat eine
Kolbenhirse in den Käfig hängen. Hamster lieben es diese zu fressen. Auch
Hundekuchen (diese gebackenen aus der Selbstbedienungstheke im Zooladen)
fressen viele Hamster sehr gerne.
Empfehlenswerte und ausführliche Informationen:
http://diebrain.de/hi-index.html
Text und Infos von Tina |